Mein baupal
Beratungsgespräch
Energieberatung
Bauantrag
Nutzungsänderung
Anbau
Förderantragservice
Entwurf
Finanzierung
Baukostenrechner
Fördercheck
Heizung

Förderung Heizung: Bis zu 50% sparen!

baupal, 24. März 2022

Nie gab es mehr Förderung für eine neue Heizung: Bis zu 50% der Kosten für den Heizungswechsel werden gefördert.

Heizungen werden besonders stark gefördert, wenn sie erneuerbare Energien nutzen. Für Gasheizungen gibt es nur Förderung, wenn diese als Hybridheizung mit einer regenerativen Wärmequelle kombiniert werden. Beliebt sind hier vor Wärmepumpen und Solarthermieanlagen.

Ölheizungen werden nicht gefördert. Die Öltauschprämie von 10% schafft einen zusätzlichen Anreiz, die alte Ölheizung in Rente zu schicken.

Wenn der Kauf einer neuen Heizung ansteht und du die maximale Förderung ausschöpfen willst, ist es ratsam, einen Energieberater einzuschalten. Dieser berät dich ganzheitlich und hilft dir, die passende Heizanlage für deine Immobilie auszusuchen. Idealerweise erstellt ein zertifizierter Energieberater dir auch gleich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Mit diesem kannst du noch mal 5% mehr Förderung für den Heizungstausch erhalten.

Warum sollest du deine alte Öl- oder Gasheizung austauschen?

5 gute Gründe für einen Heizungstausch:

  • Ist deine Heizung in die Jahre gekommen, arbeitet sie wahrscheinlich ineffizient und verursacht unnötige Kosten im Vergleich zu modernen Anlagen. Das Effizienzlabel gibt Auskunft über den Effizienzzustand deiner Heizung.
  • Das Heizen mit Gas oder Öl setzt CO2 frei. Du kannst deinen CO2-Ausstoß stark verringern, wenn du mit erneuerbaren Energien heizt.
  • Steigende Gas und Ölpreise in Kombination mit der CO2-Steuer sorgen für hohe Heizkosten. Die CO2-Steuer steigt jedes Jahr bis mindestens 2026.
  • Einen Konstanttemperatur-Kessel (auch Standard-Heizkessel) musst du nach 30 Betriebsjahren stillgelegen oder ausbauen. Eine Ausnahme: Wenn Du mindestens seit 1. Februar 2002 im eigenen Haus lebst und dieses nicht mehr als zwei Wohnungen hat, darf ein Standardkessel auch länger als 30 Jahre laufen (§ 73 GEG).

Förderung der Heizung für ein Bestandsgebäude

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird der Heizungstausch gefördert.

Es gibt zwei Möglichkeit in der BEG eine Förderung für eine Heizung zu bekommen:

  • Heizungstausch im Rahmen einer Einzelmaßnahme (BEG EM)
  • Heizungstausch im Zuge einer Komplettsanierung zum Effizienzhaus (BEG WM)

Beide Möglichkeiten erhalten im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans 5% mehr Förderung.

In dieser Tabelle findest die Förderprozente für die Einzelmaßnahme Heizungstausch:

Einbau Heizung (BEG EM):Förderung*ÖltauschprämieiSFP-Bonus
Gas-Brennwertheizung RR **20%keine+ 5%
Gas-Hybirdheizung30%+10%+ 5%
Solarthermieanlage30% keine+ 5%
Wärmeübergabe­station
(mind. 25% EE ***)
30%+10%+ 5%
Wärmeübergabe­station
(mind. 55% EE ***)
35%+10%+ 5%
Wärmepumpe35%+10%+ 5%
Biomasseanlage35%+10%+ 5%
EE-Hybrid ****35%+10%+ 5%

* Maximal geförderte Kosten: 60.000€ pro Wohneinheit (mind. 2.000€).

** Muss Renewable Ready sein und innerhalb von zwei Jahren nach Inbetriebnahme in eine Gas-Hybridheizung umgewandelt werden.

*** EE ist die Abkürzung für Erneuerbare-Energien.

**** Bei EE-Hybriden setzen alle eingebundenen Wärmeerzeuger auf regenerative Energieträger z.B. Wärmepumpe und Solarthermie.

Hinweis: Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erlangst du einen detaillierten Überblick über den energetischen Ist-Zustand deiner Immobilie. Zusätzlich erhältst du einen Plan zur Umsetzung von zukünftigen Sanierungsmaßnahmen. Sanierungen, die im Rahmen eines iSFPs umgesetzt werden, erhalten 5% mehr Fördergelder (iSFP-Bonus). Die Kosten für den Sanierungsfahrplan werden vom BAFA mit 80% bezuschusst.

Hinweis: Die Öltauschprämie erhältst du, wenn du eine mit Öl betriebene Heizungsanlage außer Betrieb nimmst und gleichzeitig eine förderfähige Biomasseanlage, förderfähige Wärmepumpe oder förderfähige EE/Gas-Hybridheizung installierst.

Welche Voraussetzungen gibt es für die Förderung?

  • Der Förderantrag muss vor Beginn des Vorhabens eingereicht werden.
  • Es muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.
  • Es muss ein Wärmemengenzähler zur Effizienzmessung eingebaut werden.
  • Die verschiedenen Fördermittel können kombiniert werden, solange die Fördersumme nicht die förderfähigen Kosten übersteigt.
  • Nicht zulässig ist eine Kombination mit der Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen (§ 35c Einkommenssteuergesetz).

Weitere Informationen zu den Voraussetzungen für die unterschiedlichen Heizungsanlagen findest du auf der BAFA Webseite.

Was zählt zu den förderfähigen Kosten?

Zu den förderfähig zählen alle Kosten, die beim Heizungstausch entstehen und für die Funktionsfähigkeit notwendig sind. Dazu gehören folgende Kosten:

  • Heizgerät
  • Installation der neuen Heizung
  • Ausbau und Entsorgung der alten Anlage inkl. Tank
  • Optimierung des Verteilsystems (Flächenheizkörper, hydraulischer Abgleich, ...)
  • neuer Schornstein
  • Fachplanung und Baubegleitung
  • Wiederherstellung von Wänden und Böden nach dem Einbau der Heizungsanlage
  • ...

Das offizielle BAFA-Merkblatt für die förderfähigen Kosten findest du hier.

Gibt es Förderung für eine Gas-Brennwertheizung?

Eine Gas-Brennwertheizung wird nur gefördert, wenn sie bereits bei der Installation "Renewable Ready" ist: Sie muss auf eine künftige Einbindung von Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet sein (z. B. Wärmepumpe oder Solarthermie). Dazu zählt die hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik für den künftigen regenerativen Anteil des Heizsystems und ein Speicher für die Wärme aus erneuerbaren Energien.

Die Installation des regenerativen Teils muss innerhalb von zwei Jahren erfolgen - sonst muss die Förderung zurückgezahlt werden. Die Leistung des regenerativen Wärmeerzeugers muss mindestens 25% der Gebäudeheizlast betragen.

Sind diese Bedingungen erfüllt, wird eine Gas-Brennwertheizung mit 20% gefördert (+ 5% iSFP-Bonus).

Sollte die Gas-Brennwertheizung nicht Renewable Ready sein, kann maximale die Montageleistung von der Steuer abgesetzt werden.

Renewable Ready vs. Gas-Hybridheizung

Meist es sinnvoller, direkt eine Gas-Hybridheizung zu installieren, da es für diese eine höhere Förderung gibt (bis zu 45%). Zusätzlich spart man sich den erneuten Aufwand für die Nachrüstung und reduziert den Gasverbrauch durch den erneuerbaren Energieanteil sofort. Im Folgenden findest die Förderprozente für die verschieden Möglichkeiten:

Gas-Brennwertheizung RR mit Solarthermie innerhalb der nächsten 2 Jahre:

HeizungFörderungiSFP-Bonus
Gas-Brennwertheizung RR20%+ 5%
Solarthermie30%+ 5%

Gas-Brennwertheizung RR mit Wärmepumpe innerhalb der nächsten 2 Jahre:

HeizungFörderungiSFP-Bonus
Gas-Brennwertheizung RR20%+ 5%
Wärmepumpe35%+ 5%

Gas-Brennwertheizung RR mit Biomasseanlage innerhalb der nächsten 2 Jahre:

HeizungFörderungiSFP-Bonus
Gas-Brennwertheizung RR20%+ 5%
Biomasseanlage35%+ 5%

Wenn du dich direkt für eine Gas-Hybridheizung entscheidest, kriegst du eine höhere Grundförderung von 30% und kannst die Öl-Austauschprämie bekommen:

HeizungFörderungÖltauschprämieiSFP-Bonus
Gas-Hybridheizung*30%+ 10%+ 5%

* mit Solarthermie oder Wärmepumpe oder Biomasseanlage

Heizungsförderung im Zuge einer Komplettsanierung

Eine Heizung kann auch im Zuge einer Komplettsanierung zum Effizienzhaus gefördert werden.

Der Effizienzhausstandard besagt, dass ein neues oder saniertes Gebäude nur noch einen Teil des Energiebedarfs eines Referenzgebäudes haben darf. Ein Effizienzhaus 40 darf noch höchstens 40% der Energie für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung des Referenzgebäudes benötigen. Um einen Effizienzhausstandard zu erreichen, müssen oft mehrere Maßnahmen umgesetzt werden wie z. B. die Dämmung von Keller, Dach und Außenwand, Tausch der Fenster und natürlich auch ein Wechsel der Heizungsanlage.

Effizienzstandard (BEG WM)FörderungZuschuss je Wohneinheit
EH 40 EE**50% + 5% iSFPbis zu 82.500€
EH 40*45% + 5% iSFPbis zu 60.000€
EH 55 EE**45% + 5% iSFPbis zu 75.000€
EH 55*40% + 5% iSFPbis zu 54.000€
EH 70 EE**40% + 5% iSFPbis zu 67.500€
EH 70*35% + 5% iSFPbis zu 48.000€
EH 85 EE**35% + 5% iSFPbis zu 60.000€
EH 85*30% + 5% iSFPbis zu 42.000€
EH 100 EE**32,5% + 5% iSFPbis zu 56.250€
EH 100*27,5% + 5% iSFPbis zu 39.000€
Denkmal EE**30% + 5% iSFPbis zu 52.500€
Denkmal*25% + 5% iSFPbis zu 36.000€

* Maximal geförderte Kosten: 120.000€ für EH.

** Maximal geförderte Kosten: 150.000€ für EH-EE.

Förderung der Heizung für einen Neubau

Heizsysteme werden im Neubau nicht als Einzelmaßnahme gefördert, sondern nur Rahmen einer Effizienzhausförderung. Die Höhe des Zuschusses bemisst sich am erreichten Energieeffizienzstandard. Du kannst einen Förderkredit von bis zu 150.000€ kriegen mit einem Tilgungszuschuss von 37.500€ pro Wohneinheit. Die Heizung wird dabei als Teil des Neubaus anteilig mit gefördert.

KfW Förderung für eine Brennstoffzellenheizung

Das Förderprogramm KfW 433 bezuschusst Brennstoffheizungen mit 0,25 bis 5 kW elektrischer Leistung. Anders als bei der Förderung im Rahmen des BEG ist es beim Programm KfW 433 unerheblich, ob es sich um eine Brennstoffzellenheizung im Neu- oder Bestandsbau handelt.

Die Förderung setzt sich aus zusammen aus:

  • einem Festbetrag von 6.800€
  • einem leistungs­abhängigen Betrag von 550€ je angefangene 100W elektrische Leistung

Insgesamt ist die Förderung auf maximal 40% der förderfähigen Kosten beschränkt. Der Zuschuss beträgt maximal 34.300€ je Brennstoffzelle.

Ausgeschlossen ist eine Kombination mit den folgenden Förderungen:

  • Erneuer­bare Energien-Gesetz (EEG)
  • Kraft-Wärme-Kopplungs­gesetz (KWKG, KWKAusVO)
  • § 35c Einkommen­steuergesetz

Alternative: steuerliche Förderung

Es gibt eine Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden (§ 35c Einkommenssteuergesetz). Es können 20% (max. 40.000€) über drei Jahre von der Steuer abgesetzt werden. Kosten für eine Energieberatung, Fachplanung und Baubegleitung lassen sich mit bis zu 50% absetzen.

Diese Steuerermäßigung ist nicht kombinierbar mit den Förderprogrammen von der KfW und BAFA.

Welche regionale Förderungen für die Heizung gibt es?

Neben den bundesweiten Förderungen von KfW und BAFA gibt es noch weitere regionale Programme. Diese lassen sich häufig mit den bundesweiten Programmen kombinieren. Es lohnt sich also zu gucken, welche regionalen Förderprogramme noch genutzt werden können. Ein Beispiel hierfür ist das Berliner Förderprogramm "Effiziente GebäudePLUS".

Fazit

Für den Heizungstausch gibt es hohe Förderzuschüsse. Wenn du dein Förderpotenzial voll ausschöpfen willst, sollest du einen Energieberater zurate ziehen und dir einen Sanierungsfahrplan erstellen lassen. Eine neue Heizung spart nicht nur Nebenkosten, sondern verringert auch den CO2-Ausstoß!

11. April 2022

Wärmepumpe nachrüsten: So klappt es auch im Altbau!

Mit einer Wärmepumpe lässt sich ein Neubau umweltfreundlich und kostengünstig heizen. Daher wird fast in jedem zweiten Neubau eine Wärmepumpe…

weiterlesen

30. März 2022

Weg von Gas- und Ölheizung! Das sind jetzt die Alternativen!

Fossile Brennstoffe belasten das Klima und den Geldbeutel! Auf welche Heizsysteme du jetzt upgraden kannst und wie hoch die Fördermittel…

weiterlesen

18. März 2022

iSFP: individueller Sanierungsfahrplan – Kosten, Nutzen & Förderung

Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erlangst du einen detaillierten Überblick über den energetischen Ist-Zustand deiner Immobilie. Zusätzlich erhältst du einen…

weiterlesen