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Grundriss gestalten – 9 hilfreiche Tipps

baupal, 6. August 2021

Der Entwurfsprozess ist ein aufregender Schritt in der Planung des Eigenheims. Vor allem, weil Sie aktiv bei der Gestaltung Ihres Hauses mithelfen. Dafür sollten Sie ausreichend Zeit einplanen, denn der Entwurf Ihres Hauses muss an die individuellen Bedürfnisse der gesamten Familie angepasst werden und alltagstauglich sein.
„Wie groß ist das Wohnzimmer?“ „Wie viele Badezimmer wird es geben?“. Das sind die Fragen, die Sie sich vermutlich stellen werden, bevor Sie bei Ihrer Planung ins Detail gehen. Wichtig ist: Sie stehen bei dem ganzen Vorhaben natürlich im Mittelpunkt. Es geht schließlich um die Erfüllung Ihrer Wünsche und die Planung Ihres Traumhauses. Hierbei beraten wir Sie gerne individuell in einem unverbindlichen Beratungsgespräch.


1. Was steht im Bebauungsplan?

Der Hausbau beschäftigt Sie schon seit langer Zeit und Sie haben schon ein Bild Ihres Eigenheimes im Kopf. Mindestens zwei Geschosse soll es haben und zusätzlich eine Garage. An diesen Ideen sollten Sie sich zunächst aber nicht verbeißen, denn vielleicht darf Ihr Traumhaus so, wie Sie es sich vorstellen, gar nicht auf dem Grundstück stehen. Wie können Sie sich darauf vorbereiten? Ein Blick in den Bebauungsplan, kurz B-Plan, schafft Klarheit. Jedem Grundstück sind nämlich bauliche Grenzen gesetzt. Welche Dachform, Gebäudehöhe oder Geschossanzahl auf einem Grundstück erlaubt sind, ist im B-Plan verzeichnet. Um nicht enttäuscht zu werden und Ihre ersten Überlegungen zu Ihrem perfekten Eigenheim über Bord werfen zu müssen, sollten Sie sich im Vorfeld über die baulichen Möglichkeiten informieren. . Lassen Sie sich hierzu kostenlos von unseren Architekten beraten.


2. Standort-Check machen

Vielleicht haben Sie sich bereits mit der Umgebung Ihres Grundstückes vertraut gemacht. Wie sind die Nachbargrundstücke angeordnet ? Wo ist auf dem Grundstück „vorne“ und wo „hinten“? Die Position des Hauses auf dem Grundstück hängt natürlich von der Umgebung ab und beeinflusst somit die Gestaltung des restlichen Außenraumes. Wie die Außenfläche mit dem Innenraum des Hauses zusammenspielt, können Sie individuell entscheiden. Denn wie Sie wissen, bietet die Außenfläche einen zusätzlich qualitativen Aufenthaltsort. In Form einer Terrasse, eines Sandkastens oder einer Grillstelle kann der das Haus erweitert werden. Und nach einem kurzen Blick auf das Grundstück haben Sie bestimmt auch schon den dafür geeigneten Bereich ausfindig gemacht.
Je nachdem wo das Haus schlussendlich steht, erfolgt die Zuwegung zum Gebäude. Auf die Frage nach der Zugangs- und Eingangssituation gibt es eine Vielzahl an Lösungsmöglichkeiten. Sie müssen sich überlegen, wie Sie das Haus erschließen wollen - egal ob von vorne, seitlich oder von hinten, wichtig ist die Frage, wie Sie von der Straße zu Ihrer Eingangstür kommen.


3. An die Familie denken

Wie sehen die Tagesabläufe der Familienmitglieder aus? Welcher Raum wird wann und wie oft genutzt? Mit diesen Fragen müssen Sie sich auseinandersetzen, wenn sie ein familientaugliches Haus bauen wollen. Sich im Voraus mit der Familie zusammenzuschließen und bewusst den Alltag, die Wünsche und Bedürfnisse aller Mitglieder bei der Planung zu berücksichtigen, ist hierbei wichtig. Wird die morgendliche Schlange vor dem Badezimmer und wird für genügend Rückzugsmöglichkeiten und Ruhezonen gesorgt, können zusätzliche innerfamiliäre Stressfaktoren umgangen werden.


4. Zukunftsorientiert und flexibel planen

Planen Sie Ihr Haus auf Grundlage der zukünftigen Bedürfnisse und gestalten Sie Ihre Grundrisse dementsprechend flexibel. Sie wissen nie, was die Zukunft bringen könnte, aber ein gut geplantes Haus passt sich da Ihrer Entwicklung und den Bedürfnissen der ganzen Familie an.
Prinzipiell erleichtern wenige Innenwände und große Räume einen späteren Umbau und sorgen dafür, dass die Wohnfläche flexibel genutzt werden kann. In einem großen Raum kann man nämlich auch mehrere Nutzungen verknüpfen, nur dass hier die offene Fläche viel größer erscheint als bei einem verschachtelten Grundriss. Hilfreich ist auch die Planung gleich großer Räume. Dadurch muss man Räumen keine endgültige Nutzung zuordnen, sondern kann sein Eigenheim auch zu einem späteren Zeitraum neu organisieren. Bei einem solch flexiblen Grundriss ist die dann anstehende neue Organisation der Räume nicht mehr problematisch.

Und was passiert, wenn weiterer Nachwuchs ansteht? Der Bedarf an Fläche steigt. Deswegen muss man sich im Voraus darüber im Klaren sein, wie viel Wohnfläche und wie viele Räume insgesamt benötigt werden. Sind die Kinder dann mal erwachsen, wollen sie sich etwas Eigenes suchen und man hat auf einmal sehr viel Platz, der nicht mehr benötigt wird. Doch ist der Grundriss vorausschauend geplant, ist die Anpassung nicht aufwendig. Liegen die beiden Kinderzimmer aneinander, so würde es sich anbieten, diese zusammenzuführen. Durch das Entfernen der Trennwand zwischen den beiden Räumen, schafft man schnell einen gemeinschaftlichen Aufenthaltsraum. Gerne beraten unsere unabhängigen Architekten Sie kostengünstig zu der optimalen Grundrissgestaltung Ihres zukünftigen Hauses.

Was ist mit dem Älterwerden? Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie Ihr Haus später barrierefrei nutzen wollen. Dies heißt zum Beispiel die Beseitigung von Schwellen, die Planung von ausreichenden Durchgangsbreiten und genügend Bewegungsfläche. Machen Sie sich schon vorher Gedanken über altersgerechtes Wohnen, um sich einen späteren Umbau zu erleichtern.


5. Auf Proportionen achten

Besonders die Frage nach der Raumgröße ist bei der Planung gut proportionierter Räume wichtig. Dabei spielt auch die Deckenhöhe eine Rolle. Bei der Dimensionierung gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Ausschlaggebender Punkt ist hier allein Ihr Raumempfinden. Wie breit und lang, aber vor allem wie hoch ein Raum sein sollte, ist nicht nur von der Art der Nutzung abhängig, sondern auch von Ihren Bedürfnissen und Ihrer Wahrnehmung.
Hohe Räume sind großzügig und geräumig. Auf der anderen Seite können niedrige Räume mit ihrer Gemütlichkeit punkten. Vor allem bei funktionalen Räumen wie zum Beispiel Abstellkammern oder Waschküchen ist eine niedrige Deckenhöhe angemessen. Eine kleine Waschküche sollte da keine zu hohe Decke besitzen, genauso wie ein vergleichsweise großer Raum keine zu niedrige haben sollte, denn beide werden auf unterschiedliche Art als bedrückend oder einengend empfunden. Was zeigt uns das? Auf die Proportion kommt es an!


6. Licht optimal planen

Licht ist ein Wohlfühlfaktor. Ausreichend Sonneneinstrahlung sorgt für qualitativ hochwertigen Wohnraum - denn Räume, die mit Licht durchflutet werden, sind nicht nur viel einladender, sondern wirken auch optisch größer. Dabei müssen Sie sich zunächst einmal gut überlegen, welches Zimmer wie viel Licht braucht. Wie hell oder wie dunkel ein Raum schlussendlich ist, hängt unter anderem davon ab, wie die Räume ausgerichtet sind. Das sonnige Wohnzimmer wird deshalb nach Süden ausgerichtet und Schlafzimmer im Osten, sodass diese von der aufgehenden Sonne profitieren können. Auch mit Fensteranzahl und Fensterflächen lässt sich der Lichteinfall in das Haus regulieren. Dort wo Fensterfläche benötigt wird, plant man auch welche ein, ist ja logisch. Was Sie dabei jedoch immer im Auge behalten sollten, ist wie die Fenster in der Fassade angeordnet sind. Achten Sie auf Symmetrie und Ausgeglichenheit. Die Fenster sind nämlich nicht nur für die Raumwirkung entscheidend, sondern auch für die äußere Erscheinung des Hauses.


7. An den richtigen Stellen sparen

Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Klar, Sie sollten sich die Frage stellen, was Sie an Platz brauchen und dann auch genug einplanen. Aber vielleicht haben Sie etwas zu hochgerechnet und können an manchen Stellen auf Fläche verzichten. Klar ist, wenn sich die Nutzfläche reduziert, werden Kosten gespart.
Bei manchen Räumen und Nutzungen ist Fläche essenziell und kann die Qualität des Raumes erheblich steigern. Dazu gehören zum Beispiel Aufenthaltsräume wie das Wohn- und Esszimmer. Der Flur kann dafür auch mal etwas kleiner ausfallen. Der Flur ist nämlich nur eine Verkehrsfläche im Haus. Halten sie die Verkehrsflächen gering, hat das aber auch einen entscheidenden Vorteil. Die alltäglichen Wege durch das Haus werden dadurch auch minimal gehalten, denn Sie wollen auch keine endlos lange Strecke hinter sich bringen, um vom Schlafzimmer in die Küche zu gelangen.


8. Leitungen kurzhalten

Küche, Bad, WC. Leitungen müssen verlegt werden, damit das Haus funktioniert. Optimal ist es, diese Leitungen so kurz wie möglich zu halten. Nicht nur aus kostentechnischen Gründen, sondern auch, weil man im Falle einer Reparatur das Problem schneller finden und beheben kann. Merken Sie sich: Leitungen kreuz und quer durch das Gebäude zu führen, ist unpraktisch und sollte vermieden werden. Was also tun? Räume, die einen Anschluss benötigen, sollten bei mehreren Geschossen möglichst übereinander geplant werden. Es ist sinnvoll, die Schächte für mehrere Anschlüsse zu legen. Im besten Fall liegt das Gäste-WC aus dem Erdgeschoss direkt unter dem Badezimmer aus dem Obergeschoss und teilt sich idealer Weise einen Schacht mit der Küche nebenan. Dieselben Überlegungen müssen auch für Heizkörper, aber auch für Steckdosen und Schalter gemacht werden.


9. Restflächen vermeiden

Natürlich wollen Sie einen „sauberen“ Grundriss mit klarer Struktur. Doch kleine Nischen und schwer zugängliche Ecken stehen dem perfekten Grundriss im Weg. Denn nicht nutzbarer Raum ist nicht nur eine Platz-, sondern auch Geldverschwendung und sollte aus diesem Grund vermieden werden. Eine schräg angeordnete Wand im Grundriss erschwert die Raumorganisation. Zwar kann eine Schräge auch Variation in die Raumgeometrie bringen, bedeutet in der Regel aber auch die Minderung in der Flexibilität der Raumnutzung. So wird zum Beispiel die Stellfläche und Stellmöglichkeit von großen Möbeln wie zum Beispiel Schränken und Regalen minimiert. Zusätzlich kann diese in der Praxis schlechte Anarbeitung und mehr Verschnitt mit sich bringen.


Worauf sollten Sie also achten? Diese kurze Checkliste fasst die gewonnenen Erkenntnisse noch einmal zusammen:

1. Bebauungsplan anschauen und über baurechtliche Grenzen und Möglichkeiten Bescheid wissen

2. Grundstück und Umgebung kennenlernen. Außenraum bei der Planung mitberücksichtigen

3. familientauglich planen: an die Bedürfnisse aller Bewohner denken, um Stressfaktoren zu vermeiden

4. Grundriss offen gestalten, Raumnutzungen kombinieren und wenige Innenwände einplanen

5. an die Zukunft denken: flexibel bleiben durch offene Grundrissgestaltung, Nutzungskombinationen und wenige Innenwände, alternative Raumnutzungen ermöglichen und einen potenziellen Umbau erleichtern

6. je nach Raumnutzung richtig dimensionieren

7. Lichteinfall durch Fensterfläche und Ausrichtung regulieren

8. an den richtigen Stellen sparsam sein: Verkehrswege durch kleine Flure minimieren, dafür große qualitative Aufenthaltsräume schaffen, optimale technische Planung durch kurze Leitungen und wenigen Schächten

9. Klarheit im Grundriss: kleine Nischen und schräge Wände vermeiden, um die Fläche voll nutzen zu können


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